Spiel am 23.11.2014: LFV - SV Weidenhausen II 0:4 (0:2)

Bittere Heimpleite trübt glänzende Jahresbilanz

Unsere trotz der vielen Erfolge der letzten zwei Jahre noch immer junge und relativ unerfahrene Mannschaft musste in diesem Spiel gegen die abgeklärten Gäste aus Weidenhausen einiges an Lehrgeld bezahlen. Ausgerechnet im letzten Spiel vor der Winterpause musste sie die erste Heimniederlage nach mehr als einem Jahr hinnehmen, die nach den zuletzt gezeigten Leistungen nicht ganz unerwartet kam, in der Höhe aber doch etwas überraschte.

Was sich schon in den letzten Serienspielen andeutete, setzte sich auch in diesem Spitzenspiel gegen einen Titelaspiranten leider fort: Unsere Jungs sind derzeit nicht in der Lage, ihre zweifellos vorhandenen spielerischen Fähigkeiten über längere Phasen zu einem planvollen und ideenreichen Angriffsspiel zu nutzen und damit ihren Gegner unter Druck zu setzen. Im Moment ist vieles leider nur Stückwerk und endet häufig in umständlichen und unproduktiven Einzelaktionen der manchmal etwas verunsichert wirkenden Akteure, denen es derzeit augenscheinlich auch an geistiger Frische mangelt. So waren in diesem Spiel die Gäste aus Weidenhausen relativ häufig einen Tick eher am Ball und erfassten auch die jeweiligen Spielsituationen in der Regel schneller als ihre  LFV-Gegenspieler.

Dennoch hatte unsere Mannschaft gleich in der Anfangsphase des Spieles zweimal die Chance, in Führung zu gehen. Die größte davon, die man eigentlich nicht vergeben darf, bot sich John Schneider schon nach vier Minuten. Nach einem schönen Pass aus dem Mittelfeld war er schneller als sein Gegenspieler und lief allein auf das Tor zu, scheiterte aber mit einem kläglichen Abschluss am Gästetorhüter. Nur wenige Minuten später hatte Kevin Christl die Möglichkeit, den Führungstreffer zu erzielen, als er nach einem Eckstoß völlig freistehend zum Kopfball kam, aber knapp das Tor verfehlte. Danach war das Spiel weitgehend ausgeglichen mit einem Aufreger Mitte der ersten Halbzeit. In Manuel-Neuer-Manier eilte unser Keeper Reiner Tadych weit aus seinem Kasten heraus, um an der Seitenlinie gegen einen Gästeangreifer zu klären, verschätzte sich aber und kam nicht an den Ball. Zum Glück blieb sein missglückter Abwehrversuch aber ohne weitere Folgen. Dann war noch einmal der LFV drauf und dran, in Führung zu gehen. Erneut war John Schneider nach einem Pass von Kalle Wegendt auf dem Weg zum Tor schneller als sein Gegenspieler, scheute diesmal aber den eigenen Abschluss und spielte zu seinem mitgelaufenen Sturmpartner Michael Classen ab. Als dieser gerade zum Torschuss ansetzte, ging ein Weidenhäuser Abwehrspieler im letzten Moment dazwischen und klärte zur Ecke. Da er mit seiner Abwehrgrätsche aber nicht nur den Ball, sondern eindeutig auch Michaels Standbein traf, hätte er sich über einen Elfmeterpfiff des Schiedsrichters nicht beklagen können. 

In der letzten Viertelstunde vor der Halbzeit und den ersten 15 Minuten nach Halbzeit nahm dann das Unheil für den LFV seinen Lauf. Begünstigt durch eine in dieser Phase völlig desolate Leistung unserer im bisherigen Saisonverlauf so starken Abwehrreihe, die ja bis dahin in den bisherigen 16 Serienspielen erst acht Gegentore zugelassen hatte, konnten die Gäste in dieser halben Stunde fast nach Belieben ihre vier Treffer erzielen. Insbesondere beim vierten Treffer, bei dem ein Gästestürmer nach einer ellenlangen hohen Flanke völlig freistehend in unserem Fünfmeterraum an den Ball kam, muss man sich fragen, womit unsere Abwehrspieler in diesem Moment eigentlich beschäftigt waren. Offensichtlich hatten sie schon den kollektiven Winterschlaf eingeläutet.

Spätestens nach diesem 0:4 in der 57. Minute stand die bittere Heimpleite endgültig fest. Die Gäste hatten danach wenig Probleme, ihren konfortabelen Vorsprung bis zum Schlusspfiff zu verwalten, während unsere Jungs mehr und mehr resignierten und kaum noch zwingende Aktionen zustande brachten. So konnte lediglich Michael Classen mit einem Freistoß kurz vor Schluss das Gästetor noch einmal in Gefahr bringen. Doch landete der Ball aus rund 25 Metern Entfernung lediglich auf der Querstange des Gästegehäuses.

Folgende Spieler standen im LFV-Aufgebot:

Reiner Tadych, Stefan Ludwig, Waldemar Driegert, Lukas Dickel, Kevin Christl, Waldemar Hein, Luetfi Elevli, Karlheinz Wegendt, John Schneider, Cem Calisir, Michael Classen, Atakan Polat, Sebastian Becker, Sofyan El Habachi, Aykut Yilmaz (ohne Einsatz).

Auch wenn unsere Mannschaft durch diese Heimniederlage auf den dritten Tabellenplatz abrutschte und nun mit fünf Punkten Rückstand auf Tabellenführer SV Reichensachsen in die Winterpause geht, muss man unserem Trainer Stefan Möller und seinen Jungs ein großes Kompliment machen für all das, was sie im Jahr 2014 erreicht haben. Sie sind nicht nur souverän Meister in der Kreisliga A geworden, sondern haben als Aufsteiger in die Kreisoberliga auch dort für Furore gesorgt und sich sofort wieder in der Spitzengruppe festgesetzt. Zwar zeigte die Leistungskurve in den letzten Spielen leicht nach unten, doch ist dies sicher zum Großteil noch der Jugend und relativen Unerfahrenheit der meisten Akteure geschuldet. Doch wenn es Stefan Möller in der anstehenden Winterpause gelingt, seine Jungs nach einer Regenerierungsphase wieder auf den gewohnten Leistungslevel zu bringen, erwartet uns sicher noch eine spannende Rückrunde, die am 08.03.2015 mit einem Auswärtsspiel in Kleinalmerode beginnt. Von ihrem Potential her ist unsere Mannschaft allemal dazu in der Lage, bis zum Schluss der Serie im Kampf um Platz eins oder zwei mitzumischen.