Pokalspiel am 15.04.2015: LFV - TSV Wichmannshausen 1:3 (1:1)

Pokal-Überraschung lag in der Luft

Gegen die favorisierten Gäste aus Wichmannshausen zeigte unsere stark ersatzgeschwächte Mannschaft eine sehr couragierte Leistung, war über weite Strecken des Spieles dem klassenhöheren Gruppenligisten absolut ebenbürtig und hätte bei besserer Chancenverwertung zur Halbzeit klar in Führung liegen können. Nach unglücklichem Spielverlauf musste sie sich aber am Ende den routinierten Gästen mit 1:3 geschlagen geben.

Da Kai Simon beruflich verhindert war, Kapitän Waldemar Driegert für den noch verletzten Daniel Schmidt erneut im Tor ran musste und neben den Dauerverletzten Stefan Ludwig, David Umbach und Reiner Tadych auch Kevin Christl verletzungsbedingt noch fehlte, musste Interimscoach Erkan Kilci sogar den etatmäßigen Angriffsspieler Sebastian Becker als Verteidiger aufbieten. Dennoch stand unsere Abwehr, in der Luetfi Elevli als Außenverteidiger glänzen konnte, sehr kompakt und ließ den gegnerischen Angriffsspielern nur wenig Spielraum. Unsere starke Mittelfeldreihe um Routinier Kalle Wegendt und Dauerläufer Waldemar Hein, in der insbesondere Florian Meister sehr viel Einsatz und Spielwitz an den Tag legte, erarbeitete sich in der ersten Halbzeit ein deutliches Übergewicht und setzte unsere Spitzen wiederholt gut in Szene, so dass sich der LFV bis zum Halbzeitpfiff ein klares Chancenplus erspielte. Nachdem Cem Calisir und der ungemein agile Atakan Polat zunächst noch aus aussichtsreicher Position gescheitert waren, dauerte es aber bis zur 30. Minute, ehe Florian Meister den hochverdienten Führungstreffer erzielte. Eine gefühlvolle Freistoßflanke von Kalle Wegendt verwandelte er unhaltbar für den Gästetorhüter überlegt per Kopf ins lange Eck. Leider hielt diese Führung aber nur zwei Minuten. Geblendet von der tiefstehenden Sonne segelte der Ball nach einem Eckball für die Gäste an Torwart und Abwehrspielern vorbei durch unseren Strafraum und landete direkt auf dem Kopf eines Gästeangreifers, der wenig Mühe hatte, aus kurzer Distanz den zu diesem Zeitpunkt sehr glücklichen Ausgleichstreffer zu erzielen. Vom Anstoß weg hätte Kalle Wegendt um ein Haar die erneute LFV-Führung erzielt, als er fast von der Mittellinie aus das Gästetor anvisierte, weil er sah, dass der Torhüter sehr weit vor seinem Gehäuse stand. Doch landete der tückisch getretene Weitschuss lediglich an der Querstange. Die größte Chance des gesamten Spieles hatte dann wenig später Atakan Polat auf dem Fuß. Nach einer gefühlvollen Kopfballvorlage von John Schneider kam er völlig frei im Strafraum an den Ball. Doch statt platziert ein Toreck anzuzielen, schoss er unkonzentriert den Torhüter an, so dass es beim für die Gäste schmeichelhaften 1:1-Halbzeitstand blieb.

Der Knackpunkt des Spieles war dann die sehr unglückliche Ampelkarte für Sebastian Becker in der 52. Spielminute. Nachdem ihm der Schiedsrichter bereits in der ersten Hälfte bei einem normalen Kopfballduell eine unberechtigte Gelbe Karte gezeigt hatte, stellte er ihn jetzt für ein unbeabsichtigtes Foulspiel, bei dem er seinen Gegenspieler augenscheinlich zu spät bemerkte, mit Gelb/Rot vom Platz. Hier hätte man sich vom Umparteiischen ein wenig mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Aber wahrscheinlich spielen hier latent vorhandene Vorurteile auf Seiten unserer Schiris auch eine gewisse Rolle. In der 64. Minute konnten dann die Gäste ihre numerische Überlegenheit mit einem Sonntagsschuss aus gut 20 Metern zum Führungstreffer nutzen, dem sie nur vier Minuten später gegen unsere nun etwas konsternierte Mannschaft das 3:1 folgen ließen. Das Spiel war damit natürlich entschieden, was Erkan Kilci dazu bewog, in der Schlussphase noch einigen Auswechselspielern etwas Spielpraxis zu geben. Insgesamt muss man der gesamten Mannschaft aber eine sehr ansprechende Leistung bescheinigen, so dass man den demnächst wieder anstehenden Serienspielen durchaus mit einer gesunden Portion Optimismus entgegensehen kann.

Für den LFV kamen zum Einsatz:

Waldemar Driegert, Sebastian Becker, Sofyan El Habachi, Lukas Dickel, Luetfi Elevli, Waldemar Hein, Florian Meister, Karlhein Wegendt, Cem Calisir, Atakan Polat, John Schneider, Aykut Yilmaz, Lucas Thümling, Emrah Koc.