Spiel am 07.04.2013: SC Eintracht Germerode - LFV 2:2 (0:1)

Erneut in der Nachspielzeit zwei Punkte verschenkt

Im Spitzenspiel beim vermeintlich stärksten Konkurrenten SC Eintracht Germerode hatte der LFV den Gastgeber zwar weitgehend im Griff und führte bis zehn Minuten vor Schluss sogar mit 2:0, musste sich am Ende aber mit einem unglücklichen 2:2 zufrieden geben.

Geleitet wurde dieses brisante Duell in Germerode von Schiedsrichter Udo Möller, der ja bekanntlich der Vater unseres Trainers ist. Er pfiff insgesamt zwar ordentlich und korrekt, ließ aber auch in jeder Phase des Spieles erkennen, dass er unter allen Umständen den Eindruck vermeiden wollte, er könnte eventuell bei einer umstrittenen Entscheidung mal das Team seines Sohnes bevorteilen.

Unser gerade von einem USA-Urlaub zurückgekehrte Trainer Stefan Möller hatte seine Jungs offensichtlich gut auf die offensivstarken Gastgeber eingestellt, denn man hatte von Anfang an das Spiel gut im Griff und ließ die Germeröder Angriffsspieler kaum einmal zur Entfaltung kommen. Insbesondere Waldemar Driegert hatte dabei gegen Germerodes Torjäger Albrecht Schwerarbeit zu verrichten, erledigte diese Aufgabe aber mit Können und Bravour. Dennoch hatte der LFV nach zehn Spielminuten eine echte Schrecksekunde zu überstehen, als Germerodes Mittelfeld-Routinier Beck, insgesamt auffälligster Akteur seines Teams, unbedrängt vor dem LFV-Tor zum Schuss kam, den Ball aber aus kurzer Distanz über die Latte beförderte. Dies blieb aber in der ersten Halbzeit auch die einzige Chance der Gastgeber.

In der 16. Minute schickte dann der sehr ballsichere Cem Calisir mit einem genauen Pass unseren Torjäger Michael Classen auf Reisen. Dieser drang energisch in den gegnerischen Strafraum ein, ließ dort noch seinen Gegenspieler geschickt ins Leere laufen und vollendete dann eiskalt zur 1:0-Führung für den LFV. Bei weiteren Chancen verfehlten Florian Meister und Moritz Stieling das Tor jeweils ganz knapp, so dass es bis zur Halbzeitpause bei der knappen, aber verdienten 1:0-Führung für den LFV blieb.

Auch nach der Pause bot sich den zahlreichen Zuschauern zunächst das gleiche Bild. Der LFV kontrollierte weitgehend das Spiel. Die Germeröder Angriffsbemühungen wurden von der kompromisslosen Lichtenauer Abwehr um den umsichtigen Jannis Siebert und den unermüdlich kämpfenden Reiner Tadych im Keime erstickt. Nach einer schönen Kombination, eingeleitet von Moritz Stieling, kam dann der Ball in der 66. Minute zu Florian Meister, der durchsetzungsstark in den Germeröder Strafraum eindrang und unhaltbar für den Torhüter ins lange Eck zur 2:0-Führung für den LFV vollendete.

Der Anschlusstreffer zum 1:2 für Germerode fiel dann wie aus heiterem Himmel - nicht aus einer Kombination heraus, sondern als Zufallstreffer nach einer Standardsituation, als unsere Abwehr den Ball einmal nicht unter Kontrolle bekam. Nur wenige Minuten vor Ende der regulären Spielzeit hatte der LFV dann die Riesenchance, einen weiteren Treffer zum 3:1 zu erzielen und damit den Sack zuzumachen. Kurz hinter der Mittellinie wurde Florian Meister auf der linken Seite gekonnt freigespielt und konnte relativ unbedrängt mit dem Ball am Fuß auf das gegnerische Tor zustürmen. Nach einem Spurt von etwa vierzig Metern hatte er dann aber kurz vor dem Tor wohl etwas Angst vor der eigenen Courage. Anstatt aus sehr aussichtsreicher Position nun selbst den Abschluss zu suchen, wollte er den Ball dem heranstürmenden Michael Classen auflegen, spielte den Ball aber zu ungenau, so dass die Germeröder Abwehr in letzter Sekunde noch klären konnte.

Diese Nachlässigkeit rächte sich dann ganz bitter in der letzten Minute der bereits laufenden Nachspielzeit. Die durch das zwischenzeitliche Ausscheiden der angeschlagenen Abwehrrecken Jannis Siebert und Reiner Tadych nunmehr etwas unorientierte Abwehr, ließ für einen Augenblick einen gegnerischen Angreifer aus den Augen, so dass dieser völlig frei vor dem LFV-Gehäuse auftauchte und wenig Mühe hatte zum schmeichelhaften 2:2-Endstand für sein Team auszugleichen. Auch die Lichtenauer Offensivspieler waren an diesem Treffer nicht ganz schuldlos, da sie es in dieser Phase des Spiels versäumten, ihre Gegenspieler konsequent beim Spielaufbau zu stören.

Nach dem Schlusspfiff sah man auf Lichtenauer Seite natürlich einige betretene Mienen. Dies war auch durchaus verständlich, weil man das Spiel weitgehend im Griff hatte und beim zwischenzeitlichen 2:0 schon wie der sichere Sieger aussah. Angesichts der klaren Mehrzahl an Chancen auf Seiten des LFV wäre ein Sieg unserer Mannschaft auch durchaus verdient gewesen. Dennoch besteht für unsere Spieler jetzt überhaupt kein Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Sie haben zwar in der Schlussphase des Spiels einen Sieg verschenkt, beim hartnäckigsten Konkurrenten aber immerhin einen Punkt geholt und sind immer noch Tabellenführer. Wenn man bis zum Ende der Serie so konzentriert weiter spielt, wäre es bei der zweifellos vorhandenen Spielstärke unserer Mannschaft schon mehr als überraschend, wenn man am letzten Spieltag nicht einen der ersten beiden Plätze belegt, die zum Direktaufstieg in die Kreisliga A berechtigen. Schon in den nächsten beiden Auswärtsspielen am nächsten Donnerstag um 18:15 Uhr in Wehretal und am darauf folgenden Sonntag um 13:15 in Witzenhausen besteht die Gelegenheit, weitere sechs Punkte zum Erreichen des angestrebten Aufstiegs einzufahren.

Auch unsere 2. Mannschaft, die fast erwartungsgemäß beim Spitzenreiter Roßbach mit 0:7 unter die Räder geriet, ist am Wochenende zweimal im Einsatz. Am Freitag hat sie um 18:15 Uhr ein Heimspiel gegen die SG Wickenrode/Helsa II und am Sonntag um 13:15 Uhr ein Auswärtsspiel gegen die TSG Kammerbach II. In diesen Spielen gegen zwei Gegner auf Augenhöhe sollte man durchaus in der Lage sein, erstmals nach der Winterpause zu punkten.